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5. Mai 2013: Flughunde

Hörspiel nach dem gleichnamigen Roman von Marcel Beyer auf SWR2 um 18:20 Uhr.

30. Juni 2013: Onno Viets und der Irre vom Kiez

Um 21:05 Uhr auf NDR Info: Hörspiel nach dem gleichnamigen Roman von Frank Schulz mit meiner Hörspielmusik

7./8. Oktober 2013: Pasted im WDR

Das Feature Pasted! Wir sind die Zukunft der Musik wird am 7.10. um 23:05 Uhr auf WDR3 und am 8.10. um 23:00 Uhr auf 1Live gesendet


Klang Lesen

Jean-Francois Augoyard & Henry Torgue – Sonic Experience

Dieses Buch ist eine sehr lohneswerte Lektüre. Es ist voller tiefgreifender theoretischer Überlegungen und überraschenden neuen Konzepten zur Klassifizierung von Klangphänomenen. Sicherlich nichts für Einsteiger in den Diskurs über Musik, Klang und Geräusch, ist es für alle mit einem grundlegenden philosophischen Interesse an der Bedeutung von Klang in unserem Alltag ein Muß. Es brauchte 10 Jahre, bis diese Publikation ins Englische übersetzt wurde und es bleibt wohl fraglich, ob irgendwann eine deutsche Fassung folgen wird.

Das multidisziplinäre Werk konzentriert sich auf die Klanglandschaft der Stadt und versucht, alle akustischen Eigenschaften und Effekte in dieser Umgebung zu analysieren. Es geht von der wichtigen Voraussetzung aus, dass „kein Klangereignis, sei es musikalisch oder geräuschhaft, von seinen räumlichen und zeitlichen Bedingungen der Klangausbreitung isoliert werden kann. Klang wird immer subjektiv geformt, abhängig vom auditiven Wahrnehmungsvermögen, der Haltung gegenüber der Klangumgebung, der Psychologie und Kultur des Hörers. Es gibt kein universell gültiges Hören: jedes Individuum, jede Gruppe, jede Kultur hört auf ihre eigene Weise.“ Um das klangliche Instrumentarium des urbanen Lebensraumes zu untersuchen, reichten den Autoren ältere Theorien zur Erklärung nicht aus. Namentlich die Theorie des Klangobjektes (l’objet sonore) von Pierre Schaeffer und das Konzept der soundscape, wie es von Murray Schafer geprägt wurde, ließen sich nicht auf alle möglichen Klangphänomene der Umwelt anwenden. „Das Konzept der soundscape erschien zu allgemein und schwammig, während sich das Klangobjekt von Pierre Schaeffer zu elementar bezüglich seiner Organisationsstruktur erwies. (...) Um eine linguistische Analogie zu verwenden: die soundscape korrespondiert mit der Ebene eines ganzen Textes, während das Klangobjekt auf die erste Stufe der Bedeutungserzeugung, der Worte, verweist. Es fehlen die beschreibenden Werkzeuge für die Ebene dazwischen, der Grammatik von Sätzen, oder – um den linguistischen Vergleich zu verlassen – die Ebene der kodifizierenden Verbindungen zwischen den drei für diese Untersuchung interessanten Begriffe: akustische Quellen, belebte Räume und die sich gegenseitig bedingenden Bereiche der Klangwahrnehmung und der Klangerzeugung.“

Die Autoren führen den Begriff „sonic effect“ ein, der zuerst in den Sozialwissenschaften verwendet wurde, um die Felder der angewandten Akustik, Architektur und Psychoakustik zu vereinen. Danach unterscheiden sie die Umwelt in drei Bereiche „environment“, „milieu“ und „soundscape“, die das Gegebene, das Interaktive und das Ästhetische repräsentieren und in jedem konstruierten Raum angewandt werden können. Dieses Konzept untersucht den „Klangeffekt“ in seinem spezifischen Kontext, sei es die Interaktion mit der physischen Klangumgebung, dem Klangmilieu einer soziokulturellen Gemeinschaft oder der „verinnerlichten soundscape“ eines Individuums.

Dieser Ansatz ist sicherlich ein Paradigmenwechsel, wir können plötzlich von dem Erstaunen und der psychologischen Wirkung eines Klanges auf uns sprechen oder von der räumlichen Klangausbreitung in einer urbanen Umgebung und dabei auf ein Glossar von hilfreichen Erklärungen und Definitionen zurückgreifen, die dieses Buch bereitstellt. Auf halbem Wege zwischen einem universellen und singulären Erklärungsansatz liefern die Autoren ein Repertoire an Klangeffekten, die in 16 Hauptphänomene und 66 kleineren akustischen Erscheinungen unterteilt sind. Das Buch kann auf verschiedene Weise gelesen werden, abhängig vom persönlichen Interesse des Lesers. Die Hauptphänomene werden aus den unterschiedlichen Perspektiven der Physik und angewandten Akustik, Architektur, Wahrnehmungspsychologie, Soziologie, Musikästhetik und Ausdruck beschrieben. Daher kann diese Veröffentlichung als ein Referenzbuch immer wieder herangezogen werden und zu anregender Lektüre einladen. Die Absicht der Autoren, die auditive Sensibilität zu rehabilitieren, ist sicherlich gelungen durch diese Arbeit und es bleibt zu fragen, warum es so lange dauerte, bis dieser grundlegende Text für die englischsprachige Welt zugänglich gemacht wurde.




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