Hanna Hartman - Ailanthus
Jede Sekunde dieser kaum eine halbe Stunde dauernden CD ist mit viel Liebe zum Detail abgewogen, die sorgfältig aufeinander abgestimmten Klänge und präzise getimten Pausen verlangen vom Hörer ein großes Mass an Aufmerksamkeit und belohnen mit vielen überraschenden Klangverwandschaften und unerwarteten Korrespondenzen. Das erste Stück “Att fälla grova träd är förknippat med risker” (auf deutsch: das Fällen von Bäumen ist mit Risiken verbunden) legt die Idee eines fallenden Baumes nahe, der sich in vielen klanglichen Gewändern zeigt und eine Art Versteck-Spiel mit dem Hörer treibt, denn das Geräusch des zu Boden fallenden Baumes ist im Stück nur fragmentarisch zu hören. Nach Hanna Hartmans Aussage ging es ihr auch nie um das Abbilden eines konkreten Vorgangs, der Titel entstand eher aus der Not, irgendeinen Namen für das Stück zu finden. Hanna Hartman erhielt 2006 den Karl-Sczuka-Preis für Radiokunst für dieses Stück, das sich durch eine extrem hohe Sensibilität für Klang auszeichnet, wie auch die anderen Kompositionen auf dieser CD. Von allem unnötigen Ballast befreit, konzentrieren sich Hannas Stücke auf die inneren Qualitäten alltäglicher Klänge, deren metaphorische Bedeutungen aufgelöst werden zu Gunsten einer reinen Hörerfahrung eines ganz eigenständigen und höchst ungewöhnlichen Klanguniversums.