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Juli 2010: Essay in "Neue Zeitschrift für Musik"

Essay "Von Bäumen und Geräuschen" in der Juli/August-Ausgabe der "Neuen Zeitschrift für Musik" veröffentlicht

September 2010: Fire und Frost Pattern erscheint auf Gruenrekorder

Die Veröffentlichung von Fire and frost pattern auf dem deutschen Label Gruenrekorder ist auf September verschoben worden.

November 2010: Nächtelang über dem Fluss

Musik zu dem Hörspiel "Nächtelang über dem Fluss" von Sylvia Kabus auf Deutschlandradio Kultur


Klang Hören

Francisco Lopez - Wind

„Wind“ ist die letzte von Francisco Lopez’ Trilogie amerikanischer Klanglandschaften, die sich durch eine besondere formale Rigidität und Reduziertheit auszeichnet. Das erste dieser drei Stücke – La Selva – bestand aus Aufnahmen aus dem Regenwald Costa Ricas, das zweite – Buildings – setzte sich aus den Klängen von Belüftungsanlagen und anderen Motorengeräuschen in New York zusammen. Beide Arbeiten sind nach dem gleichen Prinzip konstruiert: jede Sound-Atmosphäre steht für eine Minute oder mehr und wird dann von der nächsten Soundscape abgelöst, jede weitere kompositorische Vorgehensweise wird vermieden. Auf diese Weise lenkt Lopez die Aufmerksamkeit des Hörers auf die inneren Qualitäten der Klänge, ohne weitere ablenkende Tricks von seiten des Komponisten. Lopez glaubt an die „Möglichkeit eines tiefen, puren und blinden Hörens von Klängen, befreit von technischen, kontexthaften oder intendierten Bezügen.“ Die Live Performances von Lopez sind in der Regel Erfahrungen von transzendenter Kraft: das Publikum wird zum Tragen von Augenbinden angehalten und extrem lauten und bearbeiteten Field Recordings ausgesetzt, die dann urplötzlich von abrupten Lautstärkesprüngen und langen Crescendi abgelöst werden. Hier liegt auch der Unterschied im Konzept des dritten Teiles der Trilogie, der im Grunde ein endlos langes Decrescendo darstellt: es gibt keine Abfolge einzelner Soundscapes mehr sondern verschiedene vom Wind dominierte Orte in Patagonien, die in einer kongruenten Montage langsam an Intensität und Lautstärke nachlassen. Diesem Stück zu lauschen ist eine fast schon körperliche Erfahrung: während die Windklänge des Anfangs ein rastloses Gefühl hinterlassen, wird das unheimliche Heulen des Windes in der Landschaft mehr und mehr zu einem beruhigenden und friedvollen Klangerlebnis. Man kann sich die Natur mit diesem Stück als einen teilnahmslosen Ort vorstellen, an dem der Mensch nur ein Fremder in einer traumlosen Landschaft bleibt. Eine essentielle Arbeit von epischem Asketismus.




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