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Januar 2009: Field Notes
Zweite Ausgabe des Online Magazins Field Notes von Gruenrekorder mit meinem Essay "Listening is Making Sense"
19. März 2010: Fragmente einer Sprache der Liebe
Hörspielbearbeitung von Roland Barthes' "Fragmente einer Sprache der Liebe" auf WDR3 um 23:05 Uhr.
18. Juni 2010: Chronostasis und Tagesringe
Deutschlandradio Kultur spielt Chronostasis und Tagesringe.
Gruenrekorder kündigt CD-Veröffentlichung von Fire und Frost Pattern für Juni 2010 an
Das deutsche Label Gruenrekorder wird dieses Jahr meine Zwillingsstücke fire und frost pattern auf CD veröffentlichen. Beide Stücke erhielten den Phonurgia Nova Preis 2008.

Akustisches Treibgut

Klangkunst in den Filmen von Gus Van Sant



Neulich sah ich Gus Van Sant's Film "Paranoid Park" im Fernsehen. Van Sant ist bekannt für seine kontroversen filmischen Arbeiten zwischen Mainstream wie "Good Will Hunting" und Arthouse-Kino wie in der "Todes-Trilogie", die sich aus den Filmen "Gerry", "Elephant" und "Last Days" zusammensetzt. Was auch immer man über die Filme von Van Sant denken mag, aus der Perspektive des Klangs bieten die Trilogie und "Paranoid Park" interessante Einsichten in das Verhältinis von Tonspur und Bild, handelt es sich doch um die meines Wissens einzigen Filme, die Klangkunst-Kompositionen zu dramaturgischen Mitteln prominent einsetzen. Das Thema der genannten Filme ist die Entfremdung und Einsamkeit von Heranwachsenden in der modernen Gesellschaft. In "Elephant" und "Last Days" folgt die Steadycam den jungen Protagonisten auf ihren Gängen durch Schulkorridore oder Parkanlagen, während wir Klänge hören, die ganz offensichtlich nichts mit der gezeigten Umgebung zu tun haben. Die Klänge können leicht vom Zuschauer als fehlplatzierte Sound-Effekte aufgefasst werden, aber tatsächlich handelt es sich um Soundscape-Kompositionen der kanadischen Komponistin Hildegard Westerkamp. Ihre Stücke "Beneath the Forest Floor" und "Türen der Wahrnehmung" werden in einer Weise eingesetzt, dass die Entfremdung der Jugendlichen von ihrer Umgebung noch verstärkt wird. Randolph Jourdain schreibt über Van Sant's Filme, dass sie "die Loslösung der Klänge von ihrer konventionellen Beziehung zum Bild als Metapher für eine von ihrer kulturellen Umgebung losgelösten Jugend einsetzen." In seinem Artikel für das Magazin "offscreen" befragt er außerdem Hildegard Weserkamp nach ihrer Meinung zu dem Gebrauch ihrer Kompositionen in den Filmen der "Todes-Trilogie".

In "Paranoid Park" verhält sich der kompilierte Soundtrack noch konträrer zum Bild als man es erwarten würde bei einem Film über junge Skater. Nino Rota's Filmmusik zu Federico Fellini's Meisterwerke "Amarcord" und "Juliet of the Spirits" wird unter Szenen gelegt, in denen wieder der Hauptcharakter von der Steadycam auf seinen Wegen verfolgt wird oder seine Freundin sich schimpfend von ihm trennt. Und auch in diesem Film sind einige Klangkunst-Arbeiten versteckt. Ich konnte nicht Bernard Parmegiani's "Dedans Dehors" heraushören, dass im Abspann einen Credit erhielt. Aber Frances White's "Resonant Landscape No. 2" ist deutlich in der Duschszene wiederzuerkennen, in der der junge Skater sich von seiner Schuld am Tod eines Wachmannes reinzuwaschen versucht. Am eindrücklichsten sind aber die Super-8 Aufnahmen aus dem Skater-Hangout Paranoid Park selber, die mit ätherisch frickelnder Electronica des aus Portland stammenden Musikers Ethan Rose unterlegt sind und die ganze Szenerie in eine mystische Atmosphäre tauchen. Man wünscht sich, dass mehr Regisseure so mutig mit der Tonspur umgehen. Hier ein Ausschnitt aus "Paranoid Park" mit der Musik von Ethan Rose:
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