Musik zu dem Hörspiel "Nächtelang über dem Fluss" von Sylvia Kabus auf Deutschlandradio Kultur
Akustisches Treibgut
Kohlenstoffnanoröhrchen-Lautsprecher
Jedes Musikgenre besitzt seinen eigenen Fetisch: die Rockmusik hat die Gitarre, DJ-Kultur den Turntable und der Klangkünstler den Lautsprecher, sofern Klanginstallationen im Zentrum der Arbeit stehen. Nur wenige Klangkünstler arbeiten mit klangerzeugenden Vorrichtungen, die nicht an irgendeiner Stelle auf einen Lautsprecher angewiesen sind. Daher dominieren Lautsprecher die meisten Klanginstallationen, seien sie versteckt oder gar ein skulpturelles Element selber, wie beispielsweise in den Arbeiten von Robin Minard. Aber stellen wir uns vor, der Lautsprecher wäre klein wie eine Briefmarke, transparent, flexibel und extrem dünn – 1/1000stel der Breite eines menschlichen Haars – welche neuen Möglichkeiten würden sich daraus für Klanginstallationen ergeben, die bisher auf sperrige Gehäuse und Membranen angewiesen waren? Eben jene Eigenschaften wurden von chinesischen Forschern entdeckt, die mit Kohlenstoffnanoröhrchenfolien arbeiten. Ihre Arbeit an dem – wie sie es nennen – dünnsten Lautsprecher der Welt mag eines Tages unsere Vorstellung von Kopfhörern, Stereoanlagen und anderen Wiedergabemedien revolutionieren. Wir könnten demnach eines Tages in der Lage sein, Lautsprecher an Wänden, Kleidung, Glasscheiben oder gar auf dem Computermonitor anzubringen. Es würde sogar nichts ausmachen, wenn diese Lautsprecherfolie eingerissen wäre, sie würde weiterhin Töne von sich geben. Schöne Aussichten für eine Klangkunst, die sich von den Zwängen sperriger Lautsprecher befreien könnte? Ich glaube nur, dass es noch einige Zeit brauchen wird, bis die Klangqualität heutige Standards erreicht, wenn ich mir dieses kleine Experiment anschaue, in dem die chinesischen Forscher eine Kohlenstoffnanoröhrchenfolien auf eine winzige Flagge geklebt haben:
...außerdem glaube ich, dass die Forscher nicht wirklich den besten musikalischen Geschmack haben... Mehr gibt es hier und hier zu lesen.