Chinesische Taubenflöten
In China gibt es die alte Tradition, an den Schwanzfedern von Tauben kleine Flöten anzuheften, die während des Fluges angenehme Töne erzeugen. Es gibt einfache Formen in der Art von Panflöten, aber auch sehr fortgeschrittene mit einem Klangkörper aus Gingkofruchtschalen, die in zwei Segmenten gleichzeitig einen "männlichen" und einen "weiblichen" Ton erzeugen. Die komplexesten Flöten können bis zu 30 Töne abgeben. Es scheint, als ob die Chinesen keine militärischen Zwecke mit diesem Handwerk verfolgten, während die Europäer mit den Brieftauben ein wichtiges Kommunikationsmittel nutzten. Eher wird angenommen, dass die Taubenflöten einzig der Unterhaltung und des Zeitvertreibs dienten, wie es auch bei den verwandten Drachenflöten der Fall war. Für ausführliche Informationen rund um dieses Thema ist die Homepage von Uli Wahl unverzichtbar. Schließlich gibt es hier noch ein sehr schönes Klangbeispiel von Fausto Caceras, der in Urumqi lebt (oder lebte), der Hauptstadt der autonomen Region Xinjiang Uyghur im Nordwesten Chinas. Die Tauben mit den Flöten flogen gelegentlich um sein Apartment herum im 6. Stock und er hatte Gelegenheit, die Tauben im Flug aufzunehmen. Daneben sammelt Fausto hochinterssante Aufnahmen der örtlichen "folk music" der Turkic Musilime, einer Kultur, die durch die Modernisierung der chinesischen Gesellschaft unter konstanter Bedrohung gerät. Man kann schöne Live-Mixe seiner Aufnahmen hier hören und auch weitere interessante Aufnahmen auf seinem Label Royal Oculus & Gramophone Company.