Vaporetti in Venedig
Um zu der Kunst-Biennale in Venedig zu gelangen, nimmt man für gewöhnlich einen Wasserbus, ein sogenanntes Vaporetto. Die Vaporetto-Station der Biennale ist nicht nur durch die vielen Besucher der Kunstausstellungen hoch frequentiert, sondern auch in besonderem Maße geräuschhaft, wie diese Aufnahme unter Beweis stellt. Die schwimmenden Ponts, an denen die Vaporetti anlegen, sind über metallene Brücken zu erreichen, die sich im Takt der hereinlaufenden Wellen auf- und abwiegen und dabei kreischende Geräusche erzeugen. Aber auch die Vaporetti selber produzieren interessante Klänge, wenn sie beispielsweise nachts an der Kaimauer in Reihen von 5 oder 6 Booten vertaut nebeneinander liegen. Die Wellen lassen die Schiffskörper aneinander stoßen und tiefe, knallende Töne von sich geben, die auf dem nächtlichen Heimweg vom Arsenale über die Riva degli Schiavoni zum Markusplatz weit zu hören sind. Für diese Aufnahmen bin ich eine Nacht gar auf die Boote geschlichen und habe das rhythmische Knarren der Taue von innen aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen. Man hat das Gefühl, als würden die Vaporetti den Rhythmus der Wellen in der Lagune Venedigs aufnehmen und in eine hörbare Textur verwandeln. Für eine ruhigere Variante dieser Geräusche kann ich auch die schönen Aufnahmen von Enrico Coniglio empfehlen, die er nicht weit von meinen Aufnahmeorten machte und die auf
touch radio zu hören sind.