Elephants Grazing
In Kenias Nationalpark Masai Mara, der weltbekannt ist für seinen Reichtum an wilden Tieren, begegneten wir einer Herde von Elefanten, die plötzlich aus Busch hervorkamen und sich langsam unserem Wagen näherten. Ein winziges Elefantenbaby, keine 2 oder 3 Tage alt, trottete ihrer Mutter hinterher, während die anderen Elefanten friedvoll Gras rupften. Es ist bekannt, dass Elefanten äußerst aggressiv reagieren können, wenn sie ihren Nachwuchs in Gefahr sehen. Daher liegt eine gewisse Spannung über dieser Aufnahme – an einem Punkt stand einer der Bullen vielleicht nur einen Meter von unserem Jeep entfernt und selbst unser Guide wurde etwas nervös... Man kann das Elefantenbaby beim Versuch hören, etwas Milch von der Mutter zu saugen. Außerdem ist auch ein tieffrequentes Grollen zu hören, das ebenfalls zum akustischen Repertoire von Elefanten gehört.
Um mehr über die faszinierende Welt der akustischen Kommunikation von Elefanten zu lernen, gibt es einige sehr wissensreiche Seiten im Netz. Zuerst kann man Katy Payne folgen, die gemeinsam mit Roger Payne Buckelwale in den späten 1960er Jahre aufnahm und auf einem extrem erfolgreichen Album herausbrachte, das sicherlich zu den weitverbreitesten field recordings gehört. Sie hat in den letzten 30 Jahren ihren Forschungsschwerpunkt auf die Vokalisation von Elefanten verlegt und auf dieser Seite kann man neben ihren alten Walaufnahmen großartige Tondokumente von Elefanten in der Paarungszeit hören (unter dem Link “communication in the wild”). Die Klangqualität ist fantastisch und die Aufnahmen besitzen viel Tiefe und Detailreichtum. 1984 entdeckten sie und andere Forscher, dass Elefanten Infrasound-Rufe von sich geben, um über weite Distanzen bis zu 10 km zu kommunizieren. Sie ist auch die Gründerin des Elephant Listening Project.
Katy Payne arbeitet auch regelmäßig mit Joyce Poole von Elephant Voices zusammen, welches eine weitere Seite mit einer Fülle an Informationen über Elefantenklänge ist. Joyce und Petter von Elephant Voices waren auch an der Entdeckung der Fähigkeit der Klangnachahmung bei Elefanten beteiligt. Etwa zur gleichen Zeit machte Angela Steoger-Horwath vom Wiener Zoo Schönbrunn Aufnahmen eines gefangenen afrikanischen Elefantenbullen, der unter asiatischen Elefanten aufgezogen wurde und zirpende Laute von sich gab, die nur unter asiatischen Elefanten vorkommen. Daraus lässt sich schließen, dass dieser verwaiste Elefant in der Lage war, einen fremden Dialekt zu lernen. Die Ergebnisse dieser Studien wurden in Nature veröffentlicht und es folgten viele weitere Untersuchungen.